Neo, Du bist jetzt drei Jahre alt! Deinen Geburtstag haben wir – wie es ja in einigen Teilen unserer Familie fast üblich ist – in mehreren Etappen gefeiert. An Deinem Geburtstag kamen Deine ganzen Freunde vorbei ab Kaffee. Das war sehr nett, natürlich etwas chaotisch, aber nicht zuviel. Dir hat es sehr gefallen
Natürlich haben wir entsprechend dekoriert und GEschenke auspacken war natürlich ganz weit vorne. Am Samstag haben wir dann mit der Familie gefeiert. Noch mehr Geschenke. Langsam gehst Du in Deinem Spielzeug unter. Gestern habe ich deswegen mal mit Mama diskutiert. Wenn Du wie bisher von jedem zu Geburtstag, Weihnachten und Ostern Geschenke en masse bekommst, wirst Du – was vielleicht sogar teilweise schon passiert ist – keine Wertschätzung mehr entwickeln. Das wäre schade.
Sonntags war dann vom Kindergarten Laternenlauf mit anschließendem Abendessen und Kinderpunch trinken im Garten des Kindergartens. Es hat Dir gut gefallen, wenngleich Du in solchen Situationen erstmal abwartest, beobachtest und Dich zurückhälst. Auf dem Platz vor der Zehntscheuer wurde von zwei Eltern die Geschichte von Sankt Martin und dem Bettler nachgespielt. Die hat Dich wohl sehr beeindruckt. Beim ins Bett bringen haben wir noch lange darüber gesprochen.
Am Montag nach Deinem Geburtstag ging es dann das erste Mal (vom Schnuppertag abgesehen) in den Kindergarten. Problemlos. Echt krass. Du hast bisher an keinem Tag groß rumgemacht und bist sehr selbstständig. Das ist wirklich schön, dass es Dir so gut gefällt und seit gestern ist auch Dein Kumpel Thomas mit dabei. Der ist jetzt auch drei geworden.
Sofern es reinpasst fahre ich Dich morgens immer vor der Arbeit in den Kindergarten. Das alleine ist für Dich (und auch für mich) schon ganz toll. Aber – tadaa – es gibt auch einen neuen Kindersitz auf dem Du vorne bei mir sitzen darfst. Da Du vorne und hinten derzeit noch gerne verwechselst (und den Sinn des Wortes “oder” hast Du noch nicht kapiert) führt das allerdings regelmäßig zu Weinerei, wei Du sagst, dass Du hinten sitzen willst und ich Dir versuche zu erklären, dass das was Du für hinten hälst in Wirklichkeit vorne ist. Aber bekommen wir hin.
Diesen Sonntag war Jubiläum des Kindergartens. Daher haben alle Kinder – auch Du – in der Kirche gesungen. Das war für Dich natürlich etwas wenig vorlauf, so dass Du zwar interessiert, aber ohne eine einzige Lippenbewegung vorne gestanden bist. Danach haben wir beim Volksentscheid zu S21 votiert – der erste Volksentscheid in Baden-Württemberg! Im Anschluss ging es dann in den Kindergarten. Dort war Tag der offenen Tür und ich habe mir von Dir alles zeigen lassen. Du warst sehr stolz und hast mir alles erklärt.
Leider bringt der Kindergarten auch neue Ausdrücke mit sich und dass Du vergleichsweise frech wirst. Das ist grad ganz schön hart dagegen anzukämpfen und konsequent zu sein. Insbesondere Deine Mama ist da nicht soooo gut drin zur Zeit. Am Sonntag z. B. waren wir nach dem Kindergarten bei Omi und Opi und sind mit denen, Deiner Tante und Deinem Onkel in die Eselsmühle gegangen. Dort hat ein kleines Mädchen in Deinem Alter Lea entdeckt und war ganz fasziniert, ist zu Lea und war ganz süß mit Ihr. Du hast Sie dann weggeschuckt und nach ihr gehauen, so dass das Mädchen natürlich Angst vor Dir bekommen hat. Wir sind natürlich gleich dazwischen, wenn auch Deine Mutter nicht so ganz durchgegriffen hat. Das habe ich Dir dann abends nochmal versucht zu erklären und ich hatte den Eindruck, dass Du sehr intensiv darüber nachgedacht hast. Ich hoffe inständig
Lea, bei Dir passiert natürlich noch nicht so hyperwahnsinnig viel. Das mit dem Drehen klappt mittlerweile sehr gut, Du bist sehr aktiv. Aber krabbeln ist immer noch nicht drin. Neulich warst Du recht krank mit hohem Fieber. Das war wirklich für alle sehr anstrengend, da Du sehr viel geschriehen hast. Klar, Du hattest sicherlich auch heftige Gliederschmerzen. Dabei habe ich mal wieder gemerkt, wie abhängig ich von Deinem Lachen und dem Blitzen in Deinen Augen bin. Zum Glück bist Du längst wieder gesund und strahlst wieder im Regelfall von einem Ohr zum anderen.
Was Dir allerdings gar nicht passt, ist Brei essen. Wenn Du mit beim Essen sitzt merkst Du genau, ob Du von unserem Essen was abbekommst oder Deinen Brei. Ist es nur Brei, schreist Du wie am Spieß. Drückt man Dir einen Kanten Brot in die Hand oder gibt Dir vom Essen – Ruhe und Zufriedenheit wie auf Knopfdruck. Wahnsinn.
Ich freue mich wie immer sehr darauf, Euch beide wieder zu sehen. Morgen abend ist es soweit (bin mal wieder in München).